Licht-Wegweiser

Licht-Wegweiser

Jahrhunderte des Lichts

Rund um die Küste Irlands sind die Lichtpunkte seit Jahrhunderten ununterbrochen in Betrieb. Jeder Leuchtturm hat seinen ganz eigenen, ausgeprägten Leuchtrhythmus, der für die Menschen in der Umgebung Teil der Nachtlandschaft geworden ist. Für Seeleute sind es Wegmarkierungen, die ihnen den Weg nach Hause leuchten.

Nachts suchten Matrosen den Horizont nach den Lichtblitzen ab, um genau zu bestimmen, wo sie sich befanden. Ein Lichtblitz alle zwei Sekunden hieß, dass sie sich in der Nähe von Valentia Island vor der Küste von Kerry, westlich von Irland befanden. Vier Blitze alle 20 Sekunden bedeutete, dass sie sich weiter nördlich befanden, auf dem Weg nach Loop Head in County Clare. Am Tag suchten die Seefahrer die Küste nach „Tages-Wegmarkierungen“ ab – den einmaligen Farbkombinationen, mit denen man die Leuchttürme unterscheiden konnte. Vor der Küste von County Wexford hielten sie Ausschau nach Hook Heads markantem weißen Turm mit seinen zwei schwarzen Streifen; oder sie erblickten den Leuchtturm St John’s Point in County Down mit seinen auffällig schwarz-gelben Markierungen.

Die Lichter hatten früher eine lebensrettende Funktion, und die Leuchttürme und ihre Wärter waren für die Seeleute aller Länder lebenswichtig. Man kann sich denken, dass die moderne Welt mit Funk, Radar und GPS alles verändert hat. Trotz der enormen technologischen Fortschritte sind die Leuchttürme nach wie vor eine wichtige Navigationshilfe für alle, die in irischen Gewässern schiffen oder segeln. Das langjährige Motto der Commissioners of Irish Lights, In Salutem Omnium bzw. Für die Sicherheit aller, ist heute noch so aktuell wie bei der Gründung im Jahr 1867.

Automatisierung

Die lebensrettenden Lichter, die Nacht für Nacht leuchten müssen, werden heute per Fernzugriff betrieben. Die Leuchttürme sind nicht mehr bemannt, werden jedoch dank technologischer Fortschritte von Fachleuten (oftmals viele Kilometer entfernt) überwacht und kontrolliert. Die heutigen Leuchtturmmitarbeiter und modernen Seeleute verfügen über eine Reihe von Monitoren, auf denen sie ständig aktualisierte Informationen über die Beleuchtung und deren ordnungsgemäße Funktion angezeigt bekommen.

Die eingehenden Daten betreffen nicht nur die Leuchttürme, sondern alle Navigationshilfen an der Küste. Die Leuchttürme sind Teil eines Informationsnetzwerks der modernen Schifffahrt. Aufgrund ihrer hervorragenden Standorte sind viele Leuchttürme mit fortschrittlichsten, hochmodernen Sendern ausgestattet, beispielsweise DGNSS (Differential Global Navigation Satellite System), Racon oder AIS (Automatic Identification System).

Die Technologie in Irlands Leuchttürmen hat sich im 21. Jh. enorm gewandelt. Die Nächte, in denen Wärter die Treppe hinaufsteigen mussten, um die Gewichte aufzuwickeln, damit das Licht weiterleuchten kann, gehören der Vergangenheit an. Die Bemühungen, die Lichter und die sie tragenden Gebäude zu erhalten, sind jedoch so stark wie nie zuvor. Die Commissioners of Irish Lights und die von ihnen überwachten Leuchttürme werden den Seeleuten an der irischen Küste noch viele Jahre sicher den Weg weisen.

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